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Interview mit Vorstand DI Herwig Wiltberger zum Thema ETCS

ÖBB Infrastruktur

Die ÖBB setzen mit dem europaweit einheitlichen Zugsicherungssystem „European Train Control System" (ETCS) auf Hi-Tech, Sicherheit und Verlässlichkeit. www.bahnorama.tv wird die Einführung dieses Systems minutiös verfolgen und die doch relativ komplizierte Technik einfach und verständlich darstellen. Vorstand der ÖBB Infrastruktur Dipl. Ing. Herwig Wiltberger steht BAHNORAMA.TV über die Einführung des ETCS Systems Rede und Antwort.

 

Die ÖBB auf dem Weg zu ETCS

Bei ETCS Level 1 werden die Informationen, wie etwa Geschwindigkeit oder korrekte Fahrtstrecke, durch im Gleis verlegte Eurobalisen (Datenpunkte im Gleis), bei Level 2 hingegen per Funk über das Medium GSM-R (Global System for Mobile Communications - Railway) an das Fahrzeug übertragen. Auf optische oder akustische herkömmliche Signale kann im Level 2 daher verzichtet werden. 

Der Umrüstung der Bestandsstrecke Wels - Passau bis Ende 2011 auf ETCS Level 1 werden bis Ende 2012 die Bestandsstrecken Wien - St. Pölten und Attnang-Puchheim - Salzburg folgen. Auf der Ostbahn gibt es zwischen Wien und Heygeshalom bereits eine ETCS 1 -Strecke. Diese wird derzeit an die neuesten technischen Spezifikationen angepasst. Zeitgleich wird ETCS Level 2 ab Ende 2012 auf der Bahnachse Brenner - Kufstein samt der Neubaustrecke im Unterinntal und auf der Neubaustrecke Wien - St. Pölten zum Einsatz kommen. 

Insgesamt werden bis Ende 2013 585 Streckenkilometer mit ETCS Level 1 oder 2 ausgestattet. Bis 2021 können die Südbahn und die Westbahn (ausgenommen der Abschnitt St. Pölten - Linz) durchgängig mit ETCS befahren werden. 

Fahrzeugseitig werden bis Ende 2012 bereits 163 Loks und alle 51 railjet-Steuerwagen mit den notwendigen ETCS-Komponenten ausgerüstet sein, bis 2015 die gesamte, 382 Loks umfassende Taurus-Flotte der ÖBB. 

Die Einführung des hochkomplexen Zugsicherungssystems erfordert das Zusammenspiel der verschiedensten Technologie-Unternehmen. So wurde etwa Alstom mit der Ausrüstung der Fahrzeuge, Thales mit der streckenseitigen Ausrüstung beauftragt. Kapsch CarrierCom liefert die Technologie für GSM-R. Frequentis wurde mit der Systemintegration betraut, Signon Deutschland rundet das Zusammenspiel der verschiedenen Firmen mit Engineering und Consulting ab.

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